Valentin Fett (Ortsbürgermeister 84-94)
Es ist der Mensch Valentin Fett mit all seinen ehrenamtlichen Leistungen, dem Zeitaufwand, der Kraft, der Ausdauer, dem Einsatz bis zum Erfolg, die den Ortsgemeinderat 2005 bewogen haben, Valentin Fett zum Ehrenbürger von Sprendlingen zu ernennen.

Valentin Fett wird am 04.04.1922 in Allenfeld geboren, 1936 nach dem Schulbesuch beginnt er eine Lehre bei der Amtsverwaltung Winterburg.

Er tritt in den Dienst der Kriegsmarine, ist im Afrikacorps bis zum 12. Mai 1943. Es folgt die Zeit der Gefangenschaft in Amerika und Frankreich, dort allein 18 Monate Zwangsarbeit unter Tage im Bergwerk. Entlassung im November 1948.

Es kommen die angenehmeren Jahre:
Am 14.07.1950 ist Hochzeit angesagt, zwei Söhne und eine Tochter werden in den nächsten Jahren die Familie Fett komplettieren.

Inzwischen ist Valentin Fett im September 1957 als geschäftsleitender Beamter zur Gemeindeverwaltung nach Sprendlingen gewechselt.

Er wird bekannt für seine Zielstrebigkeit, seine Stringenz und sein korrektes Tun. Schnell hat er Zahlen, Zusammenhänge, Fakten im Kopf.
Heute würde man vielleicht salopp sagen er ist ein wandelnder Arbeitsspeicher.

Mit der Verwaltungsreform im Oktober 1972 wechselt er in die Verbandsgemeindeverwaltung und wird dort Abteilungsleiter für das Ordnungsamt, die Sozial- und Schulverwaltung sowie das Standesamt.
Zu seinen angenehmen Aufgaben gehörte der amtliche Startschuss für viele Ehen.

Als er am 31.07.1984 nach 48 Dienstjahren pensioniert wird, ist er bereits seit 3 Wochen zum Ortsbürgermeister von Sprendlingen gewählt und wird einen Tag später am 01.08.1984 als Ortsbürgermeister ernannt und in sein Ehrenamt eingeführt.

Kanalbau, Ausbau des Jacob-Hirschmann-Platzes, Ortsgestaltung, Dorferneuerung, Städtebauförderung – oft brennt schon um 07:00 Uhr das Licht im Rathausbüro.

Er macht keine Unterschiede, er hilft der Familie „xy“ die Schäden am Haus durch den Kanalbau zu regeln, er hilft der Familie „xy“ bei den Kollegen beim Sozialamt eine Wohnung zu bekommen; seine Loyalität, seine Überparteilichkeit kommt angenehm an, im Rat und in der Bevölkerung.

Auch wenn der Ton manchmal etwas schnodderig und hart wirkt, man ist ihm nicht gram, so ist er halt. Das einzige was manchmal stört ist der Rauch, man muss schon sagen Qualm, der den Kettenraucher ständig begleitet. Aber nicht nur Büro und Verwaltung sind sei Metier: Das Weihnachtssingen wird zum Weihnachtsmarkt, der Weihnachtsmarkt wird vorgezogen zum Martinsmarkt, so wie er noch heute üblich ist.

Unvergesslich bleibt uns das große und in dieser Form bis jetzt wohl einmalige Verbandsgemeindeweinfest im Jahre 1987.

Hier zeigt Valentin Fett sein Organisationstalent, seine Kooperation mit den Ortsvereinen. Er ist halt einer von Ihnen – ein Vereinsmensch wie man sagt, einer der die Sorgen und Nöte kennt, aber auch das Positive aufnehmen kann. Der die so genannte Dreckarbeit genauso kennt und kann wie das Repräsentieren nach außen.

Seit 1960 steht er ununterbrochen der TSG Sprendlingen als 1. Vorsitzender vor, bis er 1991 zum Ehrenvorsitzenden ernannt wird, im Ältestenrat noch heute das Wort hat.

16 Jahre leitet er die Geschicke des Turngaus Bingen, ist Turnfestleiter, Stadionssprecher, Organisator, oft Mädchen für „Alles“.

Die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz belohnt ihn, aber auch viele lachende, tobende Kinder bei den Sportfesten und das Lob der Kolleginnen und Kollegen.

Aber nicht nur das Wohl des Körpers, der Ausgleich, die Sozialstation durch den Sport beschäftigen ihn, auch für das Wohl der Seelen setzt er Kraft und Zeit ein.

Im Jahre 1961 nimmt er die Funktion des 2. Vorsitzenden des evang. Kirchenvorstandes an und ist hier mehr als 20 Jahre aktiv dabei.

Valentin Fett ist am 12.05.2005 verstorben.

Bild: privat
erstellt: Karl-Heinz Weller, 25.01.2011

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